No sports, no fun: Ich bin ein hyperkinetischer Mensch. Regelmäßiges Joggen hat mir immer die nötige Entspannung verschafft.
Wie sollte ich mich also fit halten und nicht vollkommen durchdrehen?
Die Antwort bedurfte einiger Recherche und auch Überwindung: So genannte Chair Workouts bzw. Chair Cardio. Das Prinzip ist recht simpel: Man hampelt im Sitzen mit den Extremitäten herum und versucht so, den Kreislauf in Schwung zu kriegen.
Inspriation zum Thema Chair Workouts gibt es beispielsweise auf dem Youtube-Channel von Caroline Jordan oder Donovan Green.
Am Anfang ist das wirklich sehr gewöhnungsbedürftig! Man kommt sich vor 85 und mindestens halb behindert. Aber so eine gerissene Peronealsehne ist ja irgendwo auch eine ernsthafte Behinderung. Man muss also einen gewissen Perspektivwechsel zulassen. Radikale Akzeptanz ist das Einzige, was hilft.
Nach ungefähr zwei Wochen hatte ich mich aber halbwegs dran gewöhnt und blickte meiner Fuß OP etwas gelassener entgegen. Ich merkte, dass Chair Cardio und andere Workouts überhaupt nicht doof sind. Im Gegenteil: Ich nutzte erstmals Muskeln, von denen ich nie gelaubt hätte, dass sie überhaupt existieren!
Da ich normalerweise immer zwischen 45 und 60 joggte, beschloss ich, dass ich 2-3 Workouts zu jeweils 20 Minuten machen würde. Das Ganze mehrmals wöchentlich, und ich würde hoffentlich weder mental durchdrehen noch mich einen wabbeligen Blobb verwandeln.
Neben diesem für mich komplett neuartigem Sport musste ich mich noch mit einer zweiten, unerwartet sportlichen Angelegenheit anfreude: Krücken.
Das Sanitätshaus hatte nur anatomische Krücken, die ich auch noch selbst bezahlen musste. Im Nachhinein war das aber sogar ganz ok. In den anatomischen Griffen hat man guten Halt und bekommt weniger Schmerzen in der Hand.
Allerdings muss man das Gehen auf Krücken üben! Und das sollte man unbedingt vor der Fuß OP! Denn nach der OP ist man eher unfit, hat mit den Narkose-Nachwirkungen zu kämpfen, und und und.
Also habe ich fleißig geübt. Auch dafür gibt es Youtube-Videos wie dieses hier. Erwartet bitte nicht, dass euer Arzt euch das zeigt oder gar die Leute im Sanitätshaus! Man wird hier komplett alleine damit gelassen und muss sich auf sich selbst und seine Recherche-Fähigkeiten verlassen.
Was ihr neben normalem Gehen unbedingt müsst, ist das Treppensteigen. Treppen gibts überall - auch beim Arzt, in der Physiotherapie oder vor der Apotheke. Mit kaputten Füßen scheint in der Tat die ganze Welt ein einziges Treppenhaus! Ihr kommt also nicht weit, wenn ihr das nicht gut beherrscht.

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