Ich hatte mich auf eine lange Wartezeit eingestellt, da ja laut meinem Orthopäden OP-Termine zu Coronazeiten rar waren.
Doch schon vier Tage später rief man mich an und bot mir einen OP-Termin in zwei Wochen. Mitte Mai - früher als befürchtet. Vielleicht sollte ich doch noch etwas vom Sommer haben.
Wie man es so tut, bereitete ich mich sofort auf die Peronealsehen-OP vor. Das bedeutete zunächst: Alkoholverzicht. Wie wir alle wissen, ist Alkohol Gift für die Wundheilung. Und Sehnen heilen sowieso schlecht und langsam, wie ich las.
Das zweite, was ich tat, waren regelmäßige Wechselduschen. Diese fördern die Durchblutung und helfen so ebenfalls bei der Heilung. Schließlich konnte ich bereits seit Wochen keinen Sport mehr machen.
Ich sollte mir dann einen Walker besorgen sowie Krücken. Beides bekam ich im Orthopädieladen.
Was den Walker (Vacoped) betraf, war ich zunächst geschockt. So ein schweres, wuchtiges und vor allem warmes Ding! Und damit sollte ich 6 Wochen lang schlafen und 8 Wochen lang herumlaufen?! Ich war deprimiert.
Auch die Krücken waren eine Herausforderung. Zunächst, weil der Orthopädieladen nur anatomische Krücken vorrätig hatte. Die bezahlte meine Krankenkasse nicht, wie ich herausfand. Ich nahm trotzdem anatomische. Wenn schon humpeln, dann möglichst komfortabel, sagte ich mir.
Nachdem ich meine Utensilien beisammen hatte, fiel mir siedend heiß ein, dass ich nach der Peronealsehnen OP wahrscheinlich nicht einkaufen konnte. Und auch Staubsaugen stellte ich mir mit Krücken recht schwierig vor. Also recherchierte ich und fand heraus, dass die Krankenkasse sich nach stationären Operationen an den Kosten einer Haushaltshilfe beteiligt.
Ich rief einige Pflegedienste an. Niemand hatte einen Platz frei. Das hatte ich schon befürchtet. Also engagierte ich eine abgebrannte Studentin, die putzen, einkaufen und waschen sollte.
Ich dachte weiter nach, was mir nach der Personealsehnen OP vielleicht Probleme bereiten könnte. Duschen, fiel mir ein, könnte kompliziert werden. Auf einem Bein balancieren und das andere ins Trockene halten dürfte gerade in der ersten Zeit eine Herausforderung werden. Also kaufte ich mir einen Duschhocker für Senioren. Damit konnte ich bequem sitzend duschen und dabei das Bein mit dem Vacoped von mir strecken.
Mein Haushalt wurde also auf die Zeit mit Ü70 optimiert. Ich konnte nicht ahnen, wie wichtig all das für mich werden sollte.

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