Endlich endlich hatte ich einen Termin für das MRT. Fast 4 Wochen hatte ich darauf warten müssen.
Inzwischen war ich überzeugt, dass ich eine Entzündung der Peronealsehne hatte. Das Stechen und Brennen war in meinen Augen ein eindeutiges Zeichen für eine Entzündung. Der lokale Schmerz hinter dem Knöchel, der ins Schienbein hochzog, ließ eigentlich nur auf die Peroneussehne schließen.
Auf meinem Überweisungsschein stand lediglich, das MRT solle einen Bänderriss ausschließen. Zum Glück durfte ich bei der Anmeldung bei meinem Radiologen ein längeres Pamphlet ausfüllen, das mir die Möglichkeit gab, meine Schmerzen detailliert zu beschreiben.
Der Radiologe las sich mein Dokument durch und fragte mich verwundert nach, ob ich tatsächlich die Patientin mit dem potenziellen Bänderriss sei. Ich bejahrte und beschrieb noch einmal meine Schmerzen in den letzten Wochen und meinen Verdacht.
Der Radiologe nickte und erklärte sich bereit, neben den Bändern auch auf die Peronealsehnen zu achten.
Dann ging es ins MRT.
Das MRT wurde einmal mit, einmal ohne Kontrastmittel durchgeführt. Es dauerte rund 20 Minuten.
"Was ist denn nun, ist es die Peroneussehne?!" fragte ich sofort nach den Aufnahmen.
Man bat mich wieder um Geduld. Die Auswertung des MRTs sollte bis zu zwei Tage dauern. Ich könne anschließend mit meinem Orthopäden darüber sprechen.
In der Woche hatte ich dann einen erneuten Termin beim Orthopäden zwecks Diagnose. Ich wartete sehr aufgeregt im Wartezimmer, als die Sprechstundenhilfe auf mich zukam.
"Hier, das sind Ihre Dokumente", sagte sie. "Die können Sie dann mit ins Sprechzimmer mitnehmen."
Ich konnte nicht anders und warf einen Blick hinein.
Kein Bänderriss, stand dort. Kein Knochenbruch. Entzündete Schleimhaut war gefunden worden, darüber hinaus eine halbmondförmige dunkle Ausbuchtung der kurzen Peronalsehne. "Verdacht auf Ruptur Peroneus brevis", schloss das Dokument.
Verdammt. Ich hatte geahnt, dass es die Peronealsehne war, doch mit einem Riss hatte ich nicht gerechnet. Ich nutze die Wartezeit und googelte.
Das Ergebnis meiner Recherche war ernüchternd: Eine Ruptur der Peroneussehne bedeutete in der Regel eine OP - und wochenlange Ausfallzeit.
Endlich rief mich mein Orthopäde auf.
Ich streckte ihm die Dokumente hin. Er las sie durch und sah mich dann an.
"Da kommen wir um eine Operation nicht herum, was", fragte ich.
"Nein, leider nicht. Und wegen Corona sieht es auch gerade sehr schlecht aus mit OP-Terminen."
"Aber ich habe jede Nacht starke Schmerzen!"
"Ich werde sehen, was ich tun kann."
Mit diesen Worten dirigierte mich mein Arzt aus dem Zimmer.
"Die Sprechstundenhilfe wird Sie anrufen, sobald wir einen Termin haben", sagte er.
Ok, dachte ich deprimiert. Also hieß es nun wieder warten.

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